Die Gefahr einer falsch vorgestellten Instrumentaltechnik
Ein stereotyp dominantes falsch gelerntes Bewegungsmuster
Von G.O. v. d. Klashorst
In diesem Fall wird die Situation von einem Studenten besprochen, der einen falschen Technik der Aufstrich entwickelt hat, was er sich selbst aber nicht bewußt war. Nach 10 Minuten spielen bekam er starke Schmerzen im Schulter/Arm Bereich, welche das weiter spielen unmöglich machte. Seit drei Monaten war er behandelt mit Krankengymnastik, Massagen und Kräftigungsübungen der Schulter ohne Erfolg. Er war sehr frustriert und Depressiv geworden. Er mußte seine Reifeprüfung für Orchestermusiker innerhalb ein paar Monate absolvieren. Dafür übte er bis 4 Stunden pro Tag was angemessen ist.
Es war klar, daß eine spieltechnischen Untersuchung nötig war.
Ihm wird gefragt:
- Wie sind ihre Gefühle über ihre Lehrer?
Antwort: Er hatte gute Gefühle und Erinnerungen an seine Lehrer und konnte keine negativen Punkte finden. - Hatte er vielleicht ein Unfall gehabt?
Antwort: nein, er hatte nie ein Unfall. - Hatte er vielleicht Biomechanische Problemen gehabt ?
Notwendige Prüfung: Pronation und sSpination
Antwort: der rechte Unterarm hatte einen normalen pro- und supination.
Note: bei einem eingeschränkten Pronation von mehr als 4 Grad entstehen schon Bewegungshemmungen bei Streicher und Klavierspieler. - Wie ist der Ausdruck von Haltung und Bewegung?
Antwort: In diesem Fall gab es nur dieses Schultersyndrom mit Schmerz, während und nach dem spielen.. Haltung und Bewegung war gut, zwar nicht bewußt. - Wie ist der Instrumentaltechnik?
Zu untersuchen ist die Art der Bogenführung:
Ist eine Verspannung sichtbar?
Sind dominante stereotypen zu erfahren?
Wie ist die allgemeine motorische Entwicklung?
Ist diese plump, träge oder unreif in Verhältnisse zu dem Geigenspielen dann ist das
Antwort: Der Geiger hat eine retardierte oder zurückgebliebene sensomotorische Entwicklung.
Die folgen sind immer eine artifizielle angelernte Aufbau der komplizierte Streichtechnik. Auf dem Dauer führt diese bei zunehmenden Alter zu Verspannungen, Schmerzen und Funktionsverlust. Es existiert dann einem SDMP, ein stereotyp dominantes Bewegungsmuster.
In diesem Falle ein schlecht angelerntes Bewegungsmuster, daß Stereotyp ist für die Arbeit und zugleich Dominant, weil es andere mögliche Bewegungsmuster dominiert. (Stereotyp Dominant Wrongly Skilled Motor Pattern).
Notiz:
Wenn junge Musikstudenten schlechte Bewegungsabläufe zeigen wollen Lehrer diese verbessern. Das ist normal. Aber wenn Anweisungen oder gebrauchte Methoden nicht passen bei den sensomotorischen Reifungsnivo des Studenten, entstehen nach Zeit falsch gelernte Bewegungsabläufe.
Antwort: Diese Geigespieler zeigte einem deutlichen wrong skilled stereotype upbow motor pattern, oder auf Deutsch gesagt, eine falsch gelernte Aufstrich wegen eine artifizielle Vorstellung dieser Funktion. Typisch für eine unreife motorische Entwicklung allgemein.
Das Ergebnis von allen Prüfungen dieses Geigers war:
- eine ursprünglich gute Disposition zwar nicht bewußt aber motorisch unreif
- eine falsche Bogenführungsvorstellung.
Ich erzählte den Schüler was gefunden war, jedoch nicht wie es anders sein sollte, weil ich vermeiden wollte, daß er durch meine Explikation eine links - hemispherische Folgeziehung machte und diese Anweisungen zu übersetzen versuchen würde.
Ich erzählte ihn, daß er sich diesen Bogenführungsfehler nicht bewußt war. Daß er dadurch sich überanstrengte, was auf dem Dauer zu diesen Schmerzen in der Muskeln und die Weichteile der Schulter gelang und daß wir versuchen müßten eine bessere Vorstellung der Bogentechnik zu finden. Er nahm an.
Bevor wir über löschen von stereotypen sprechen können, müssen wir die wissenschaftliche Hintergründe eines Bewegungsablauf erkennen.
Das Re-Afferent Prinzip
Re-Afferents sind Return-Mentions (Rückkehr-Erwähnungen / Informationen). Von jeder Kommando (Efferent) der Cortex und Subcortex zur Muskulatur wird eine Kopie-Efferent im Kleinhirn gemacht. Das Kleinhirn vergleicht die Re-Afferents (Rückmeldungen) aus der Peripherie während des Bewegen und repariert/korrigiert Abweichungen des Ursprünglichen Befehls bis die Bewegung dem Original gleicht.
Für guten Verständnis diene das folgende:
Innerhalb das freie Bewegen unterscheiden wir
- passive Bewegungen und
- aktive Bewegungen.
Daneben unterscheiden wir:
- 'Selbstbewegungen' aus der inneren Welt des Individium, (Gestalt, Charakter)
- Reflektorische Bewegungen, welche durch Anreize (Stimuli) aus der Außenwelt (exteroceptive) oder relativen Innenwelt (enteroceptive) auf den Körper entstehen.
- Willkürliche Bewegungen (mit proprioceptiven Wahrnehmung verbunden).Und sprechen darum lieber von kinetischen Ketten.
Wir sind bewogen und wir werden bewegt.
Definitionen:
| Efferents: | entstehen in die praemotorische Zentren der Cortex und Subcortex (immer inklusive Vergleich – Prozeduren in der Haltung und Bewegung |
| Kopie-Efferent: | wird im Kleinhirn festgelegt |
| Afferent: | ist die Antwort auf dem Efferent und die dadurch zu entstehen Reflexen, nötig um den Ziel zu erreichen |
| Re-Afferent: | Feed Back Information (Rückkopplung Afferent Reaktion) im Kleinhirn hinsichtlich das Effekt auf Haltung und Bewegung und Erreichen des Ziels |
| Ex-Efferent: | im Kleinhirn werden Abweichungen des original Efferents Korrigiert und als |
| Korrekt-Efferent: | im Bewegungsablauf herein geschickt bis Haltung und Bewegung schließlich mit dem originalen Efferent harmonieren.. Vorstellungen von Haltung und Bewegung werden erzeugt in praemotorischen Zentren unterstützt von einer gewaltigen Anzahl von Posturalen Reflexen. |
Mit anderen Wörtern: eine schlecht entwickelte Haltung und sensomotorische
Entwicklung verstümmeln die Vorstellungen die in der praemotorische Zentren
erzeugt werden. Das gesamt Efferent ist dadurch negativ beeinflußt.
Dies ist die Situation, in der ein junger Musiker sagt:
"Ich weiß, wie es sein muß, aber ich kann es nicht mit meinen Fingern
machen."
Mozart hatte schon eine hohe entwickelte motorische Entwicklung auf einem
sehr jungen Alter. Deshalb war er fähig, Notizen zu lesen und zu schreiben,
um Spinett und Geige auf einem sehr jungen Alter zu spielen, geführt durch
seine Genialität
Wenn wir Musik anhören erleben wir ein Audio-Feed Back, welche im Muskel, Blutdruck und Muskelspannung schon meßbar ist. Hochwertig (genial) begabten erzählen wie A. Rubinstein: ich konnte Klavierspielen, ich mußte es nicht lernen.) Alle anderen Personen müssen während einer langen Zeit lernen, auch wenn sie musikalisch hoch talentiert sind.
Aus dem Grund ist es wesentlich wichtig die Disposition der junge Studenten zu prüfen und wo nötig zurückzubekommen. Viel Professoren der Musikhochschulen sind davon überzeugt wirklich, haben aber nicht die Instrumente oder Hintergrund um die motorische Fähigkeit ihrer Studenten in Fällen von "Disorders of posture and Movement" zu verbessern.
Motorische Leistungen eines spielenden Musikers können mit EMG gemessen werden. Damit ist es möglich die Ursache von Spielfehlern, welche tief in die Spieltechnik versteckt sind heraus zu finden.
Audio-Feed Back‘s entstehen nach dem der Ton gespielt ist.
Myo-Feed Back aber funktioniert schon während der Spielbewegungen und vor
dem Klang erscheint oder in der Klangbildung selber.
Änderungen während der Bewegung sind dank dieser Rückkopplungsmechanismen möglich. Diese Fähigkeit die erzeugenden Bewegungen zu kontrollieren, die zu diesem besonderen Klang oder der Ausdruck führen, die der Musiker gerne macht oder zu ändern, ist nicht nur das Geheimnis von große Interpreten aber prinzipiell zugänglich für jeder welche auf diese Art sein Spiel entwickeln will.
Wir lernen in der Neurophysiologie:
- Ein motorisches Efferent ist ein Reizstimulus vom Zentralgehirn zur Peripherie – hier Muskel gemeint.
- Das Kleinhirn macht ein Kopie-Efferent.
- Ein Afferent ist ein Reiz vom Rezeptoren, welche von der Peripherie zur Zentral Ebene verlauft.
- Ein Afferent wird generiert in der Muskel/Gelenk Funktion der kinetischen Kette.
- Ein Feed Back Signal (Rückkopplung) geht zum Kleinhirn zurück. Das Kleinhirn, vergleicht die Reaktion mit der originalen Kopie, die meistens bewußt wahrgenommen wird.
- Dann entsteht eine Re-Efferent, welche wieder verglichen wird mit der ursprüngliche Kopie. Dadurch ist der Schüler imstande den Unterschied in der Bewegung während der Ausführung wahrzunehmen wodurch er den nächsten Efferent (Bewegungsstimulus) verbessern kann bis ein Gutes Ergebnis erreicht worden ist.
Dies ist ein Lernprozeß in seiner originellsten Form.
An der Ursache einer SDMP liegt immer die Unterdrückung erstmalige negative erfahren Bewegungsgefühle im Primärunterricht, oder später bei Lehrerwechsel und Technikumänderungen. Eine rein psychologische Reaktion (Wenn es auch schlecht fühlt Ich, tu ob es nicht schlecht fühlt und mache weiter - Einstellung), Damit ist dieses Lernprozess blockiert und entwickelt sich allmählich ein Stereotypisch Verhalten. In unserem Fall den Aufstrich. (Viel mehr in mein kommendes Buch "The Disposition of the musician".
Nach einige Zeit ist der Stereotyp eine Tatsache und Dominant, was heißt, er ist als Bewegungsform schon da, bevor man selbst denken kann und ist irreversibel. Normale Instruktionen sind nicht imstande diese Zustand zu durchbrechen.
Wie löscht man solch ein SDMP und ersetzt es durch eine gute Spielart.
Durch das Bewußtmachen der Urgestalten der Haltung und Bewegung entsteht einen erhöhten Körperaesthesie = Körperwahrnemung.
Diese verbesserte Wahrnehmungsfähigkeit gibt den Schüler die Möglichkeit sein Instrumentaltechnisches Verhalten tiefer zu beobachten.
Die Reedukation der Technik beruht auf das schaffen neuer Bewegungsvorstellungen, welche als besser, leichter und effektiver erfahren worden. Damit ist die Unterdrückung ältere Gefühle nicht langer nötig und entwickelt sich ein freudevolles technisches Benehmen. Die Dispokinetotherapie entwickelt eine größere Bewegungspotenz .
Man kann auch sagen: die senso motorische Reifung hat zugenommen
Das wichtigste Gefühl das der Schüler spürt ist die Leichtigkeit
der neue Bewegungen.
Das neue Programm wird konditioniert und ist nach einer Weile dauerhaft anwesend.
Es passierte während einer Sitzung, das unsere obenerwähnte Student plötzlich zu weinen anfing:
"Jetzt erinnere ich mich ganz klar was mit mir passiert ist" und er erzählte,
daß im alter von sechzehn Jahr, nach einem Lehrerwechsel, sein Aufstrich
Klang stärker werden mußte. Er sollte mehr aus dem Ellbogen spielen
und auch den Oberarm höher tragen.
Tatsächlich wurde der Klang stärker, und er lernte diese Art von Spielen. Er erinnerte sich, daß eine beginnende Ermüdung, bis zur Schmerz Entstand und meldete, daß dem Lehrer. Der aber lehnte das ab und erzählte daß alle Anfänger - (Der Schüler von damals spielte schon 9 Jahren) - Schmerzen haben. Mann mußte sich damit anvertrauen. Es würde wohl vorüber gehen. Obwohl er ein wenig mißtraurig war, so erinnerte er sich, hat er sich gefügt in den neuen Aufstrich.
Nach 10 Jahren könnte er kaum noch spielen. Nach drei Monaten Dispokinesis und eine Reedukation der Bogenführung konnte er seine Karriere ohne Probleme verfolgen.
© G.O.v.d.Klashorst in "Practical Lessons for Dispokineter" 1995.